Tweed Run 2019 – Helfen mit Stil

Vorab: Was ist der Tweed Run Stuttgart?

Der Tweed Run Stuttgart ist entgegen der Erwartung, die durch den Namen ausgelöst werden, kein Rennen oder Wettbewerb, sondern ganz im Gegenteil eine gemütliche Radtour durch Stuttgart mit kulinarischen und kulturellen Highlights.

Tweed Run Stuttgart 2019 | Zusammenkunft
Die Zusammenkunft im Innenhof des Weltcafés

Ein kalter Vormittag im Mai (der 5. Mai genau genommen) – im Innenhof des Weltcafés trudeln nach und nach seltsam gewandte Gestalten auf mehr oder weniger historischen Fahrrädern ein. Seltsam? Nun, das liegt im Auge des Betrachters. Die Herren tragen salopp ausgedrückt „Bollerhosen“ aus Tweed in Kombination mit teilweise bunten Jackets, Wollstrümpfen und richtig guten Lederschuhen. Die Damen lassen sich mit kreativen Hutkreationen, Nahtstrumpfhosen und „Stöckelschuhen“ auch nicht lumpen. Ganz nebenbei, Tweed ist ein toller Wollstoff, der wärmt, atmet und sehr robust ist. Ähnliches gilt für Loden, für mich der Vorläufer von Wetterschutzkleidung, der sich viel besser trägt als „Plastikjacken“.

Tweed Run Wiederholungstäter

Ich habe es nicht nachgezählt, aber zum fünften oder sechsten Mal bin ich sicher als Repräsentant des Hauptsponsors Paul Lange & Co. beim Tweed Run dabei. Das mache ich sehr gerne – dem Credo der Stuttgart Charity Society e.V folgend:

Looking Good While Doing Good!


Stuttgart Charity Society e.V.

Gutes mit Schönem zu verbinden oder frei Shakespeare: „Noch nie bereut‘ ich, daß ich Gutes tat“.

Tweed Run Stuttgart 2019 |  Konrad Weyhmann

Dieses Mal wollte ich auch in einem anständigen Zwirn beim Tweed Run auftreten. Motto, alles kann, nichts muss – das gilt übrigens auch für die Fahrräder. Schon am Vorabend plünderte ich meinen Schrank und fand mit einer ollen Cordhose, einer blau-grün-karierten Weste, dem neuen weißen Hemd und einer historischen Paisley-Krawatte eine ansprechende Kombination. Und ach, die Lederstiefel passten sogar auch dazu. Sah gar nicht so schlecht aus, aber natürlich kein Vergleich zu den Profis mit Stulpen, Schiebermütze und Lederhandschuhen mit gehäkeltem Handrücken.

Austern, Sekt & Bier

Gut mithalten dagegen konnte ich beim Austernessen – I love it! Die gab es nach einer halbstündigen Tour durch den Schlossgarten beim ersten Halt im richtig coolen Wizemann-Areal. Wer’s nicht mag, konnte die glitschig-schleimigen Tiere mit einem Schluck Kessler-Sekt oder Craft-Bier runterspülen. Übrigens dem ersten, das mir geschmeckt hat. Von da aus rollte der 130 Radler starke Tross über Zuffenhausen und das schöne Obere Feuerbachtal (mein täglicher Radweg) zur wohlverdienten Mittagsrast zum Palmschen Garten, dem vielleicht einzig wirklich schönen und schön gelegenen Gebäude in Mühlhausen. Nicht umsonst geben sich hier 180 Paare jährlich das Ja-Wort. Ob die einzigartige Blutbuche ihr riesiges Laubdach über die Paare hält – wer weiß?

Tweed Run Stuttgart 2019 |  Bikes

Jedenfalls ein gute Gelegenheit, sich mit den vielen netten und interessanten Teilnehmern zu unterhalten, von denen die meisten Wiederholungstäter sind. „We are family“ – man kennt und schätzt sich, trifft alte Bekannte und setzt das Gespräch da fort, wo es vor einem Jahr geendet hat.

Stresstest mit dem Rad in Stuttgart

Endspurt, Gründungsmitglied und jetzt auch Fahrradguide Gerhard Wollnitz setzte sich an die Spitze, führte die Gruppe am Neckar entlang und bog vor dem Gasthof Keefer Tal über den Neckar zum Max-Eyth-See. „Kann man so machen“, dachte ich mir. Ich wäre einfach weiter geradeaus gefahren. Über die in den „Sommermonaten“ sonntags gesperrte Hofener Straße ging es zur Firma, wo das obligatorische Gruppenbild geschossen wurde. Wäre schön, wenn wir nächstes Jahr dort einen kleinen Einkehrschwung machen könnten.

Tweed Run Stuttgart 2019 |  zu Besuch bei Paul Lange

Über die weitere Route, zum Beispiel die lebensgefährliche Kreuzung Badstraße / Rosensteinbrücke und die idiotische Auffahrt auf die König-Karls-Brücke würde ich gerne den Mantel des Schweigens ausbreiten. Nein, kann ich nicht. Nur so viel, wer das konzipiert hat, ist dort nie Rad gefahren.   

Finale furioso im Jazz Club Bix an der Leonhardskirche. Selber schuld, wer keines der 200 Lose gekauft hat. So wie ich, der sich jedes Mal die Lippen leckte, wenn schon wieder eine Flasche Gin überreicht wurde. Shit, irgendwie hatte ich das nicht auf dem Schirm. Eine junge Frau schon, die gewann „unsere Preise“, eine schöne lederne Fahrradtasche von New Looxs, einen SP Connect Handyhalter fürs Rad und, als sei das noch nicht genug, auch noch den Hauptpreis, ein echt schönes altes Rennrad mit Shimano 600er Schaltung. „The winner takes it all!“ Schluchz, das nächste Mal kaufe ich auch Lose, versprochen.

Wegen „familiärer Verpflichtungen“ musste ich mir das abschließende Konzert sparen, aber schon der Soundcheck war absolut vielversprechend. Richtig gute Mucke – wie immer im Bix. Richtig guter Tweed Run – wie immer!

Nachklapp: Am Tweed Run Stuttgart kann jeder gegen eine Teilnahmegebühr teilnehmen. Info im nächsten Jahr wieder auf Facebook. Tweed und altes Fahrrad sehen schön aus, sind aber kein Muss. Deshalb habe ich mich für ein Bullit Lastenrad mit elektrischer Unterstützung eines namhaften japanischen Komponentenherstellers entschieden. Ohne die vielen sonstigen „kulinarischen“ Sponsoren wäre das Gesamtprogramm nicht möglich. Danke an Euch alle für die tolle Unterstützung – war richtig lecker!

Über Tweed Run Stuttgart

Der Tweed Run wird vom gemeinnützigen Verein, Stuttgart Charity Society e.V., organisiert. Der Verein wurde 2012 gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, Gutes mit Schönem zu verbinden.

Tweed Run Stuttgart 2019

https://scs-ev.org/

100 Jahre Lazer – Vom Lederhelm zum „Century“

Ein runder Geburtstag der Superklasse

100 Jahre Lazer! Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, denn im Jahr 2019 schreibt das belgische Unternehmen Lazer sein hundertjähriges Bestehen und blickt damit auf ein Jahrhundert voller Innovation und packender Geschichten zurück. Gleichzeitig wagt der Helmspezialist einen Blick in die Zukunft – denn das Ziel ist noch lange nicht erreicht.

Alles begann im Jahr 1919 im belgischen Nivelles. Damals produzierte Lazer noch Zubehör aus Leder für Motorradfahrer.

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Flatpedal-Schuhe vs. Klick-Schuhe

Flatpedal vs. Klick | Steffi Marth auf dem Mtb

Klickies oder Flatpedal? Diese Frage wird schon lange heiß diskutiert. Beide Varianten haben ihre Daseinsberechtigung und bringen Vor- und Nachteile mit sich. Letztendlich muss sich jeder diese Frage selbst, entsprechend seines Einsatzzweckes und seiner Vorliebe, beantworten. Profi-Mountainbikerin Steffi Marth entscheidet sich je nach Einsatz für Klickies oder Flatpedal. Wir haben sie gefragt, wann bei ihr, welcher Schuh zum Einsatz kommt …

Wann bist du auf Klickies unterwegs?

Steffi Marth: „Ich fahre eigentlich fast immer Klickies, einzige Ausnahme sind meine Fahrtechnik-Kurse. Es gibt mir einfach ein sicheres Gefühl eingeklickt zu sein, vor allem bei schnellen, technischen Rides mit vielen Wurzeln und Steinen. Man hat eingeklickt einfach einen besseren Halt auf dem Pedal, außerdem steht man immer akkurat mit beiden Fußsohlen perfekt gleich.“

Wann fährst du Flatpedal-Schuhe?

Steffi Marth: „ In meinen Fahrtechnik-Kursen sollen die Leute lernen, wie sie ihr Bike beherrschen, dazu gehört wie sie Vorderrad und Hinterrad anheben und zwar nicht eingeklickt sondern nur mit ihrer Fußspannung. Auch einen Bunny Hop kann man nur mit Flat Pedals ordentlich und ohne Schummeln machen. Es ist einfach wichtig, das MTB auch ohne Klickies zu beherrschen, danach kann man die Klickpedale auch wieder montieren. Ab und zu fahre ich also auch gerne ohne Klickies.“

Worin siehst du die Vorteile bei Klick-Schuhen und wo bei Flatpedal-Schuhen?

Steffi Marth: „Man hat einen deutlich besseren Stand und Halt auf Klickpedalen. Die Position des Fußes ist stets akkurat, so dass ordentlich Druck gemacht werden kann. Man rutscht in schwierigen Passagen, wo es mal richtig zur Sache geht, nicht gleich auf dem Pedal hin und her. Ein weiterer Vorteil: Der sogenannte runde Tritt. Beim Pedalieren kann gleichermaßen gezogen und gedrückt werden. Das geht auch mit ordentlich Fußspannung, was allerdings nicht jeder beherrscht.“

Hast du einen Rat für diejenigen, die sich unschlüssig sind, welches Schuhmodell das richtige für Sie ist?

Steffi Marth: „Ich würde immer erstmal ohne Klickies auf Flatpedalen die Grundübungen machen. Wer sein Vorderrad und Hinterrad separat oder sogar im Bunny Hop gleichzeitig anheben kann, der darf auch zu Klickies greifen. Diese machen meiner Meinung nach deutlich mehr Spaß, weil man einen festen Stand und besseren Halt hat. Sicheres ein- und ausklicken ist natürlich die Voraussetzung. Das funktioniert aber meist sehr schnell nach ein wenig Übung.“


Hier geht´s zur offiziellen Website von Steffi Marth: https://steffimarth.wixsite.com/steffimarth

Fahrradförderung im Dortmunder Symposium

Zum Dialog zwischen der Fahrradindustrie und politischen Institutionen zur Fahrradförderung

Dortmunder Symposium zur Fahrradförderung

„Wenn Berlin fällt, fällt die ganze Republik“, so jubilierte die Fahrrad-Community, als der Berliner Radentscheid, genauer gesagt, die Initiative Volksentscheid Fahrrad am 14. Juni 2016 dem Berliner Senat den Antrag auf ein Volksbegehren für eine sichere und komfortable Radinfrastruktur übergab. Im Weiteren verfügte das Abgeordnetenhaus am 28. Juni 2018 das Berliner Mobilitätsgesetz. Was ist seitdem in Berlin zur Fahrradförderung passiert? Kurz gesagt, wenig, manche meinen, gar nichts.

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Umstieg vom Auto aufs E-Bike

Der ein oder andere von euch hat sich sicherlich auch schon einmal überlegt, die tägliche Strecke zur Arbeit mit dem Fahrrad anstatt mit dem Auto zu fahren. Gerade bei uns in Stuttgart ist das Thema Verkehrswende, also der Umstieg vom Pkw auf andere Verkehrsmittel, ein großes Thema unter den Bürgern. Und wenn man sich die Nachrichten anschaut, dann scheinen wir hier in Stuttgart an Feinstaub förmlich zu ersticken. Doch ist es denn so einfach, auf das Fahrrad oder wie in meinem Fall auf das E-Bike umzusteigen? Ich wage den Selbsttest und dokumentiere ab sofort die Schwierigkeiten, die dadurch auftreten mit der Kamera und hier im Blog.

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E-Tube: Wie funktioniert das?

SHIMANOs E-Tube System: Ein kleiner Begriff mit großer Wirkung

SHIMANO_E-Tube_App

Als SHIMANO mit der Einführung der neuen DURA-ACE Di2 2016 erstmals die Synchro-Shift-Funktionalität auch am Rennrad einführte, stand manch ein Besitzer bis dato bestehender elektronischer Rennradgruppen vor der Frage, ob angesichts dieser Weiterentwicklung nun ein Austausch oder Neukauf angesagt sei. Die für viele überraschende Antwort lautete: Ein Komponententausch war nicht erforderlich – per Firmware-Update konnten auch bestehende Gruppen, ein neues Akku-Modell vorausgesetzt, diese neuen Funktionen „lernen“. Gleiches galt für die selbstlernende Vollautomatik-Schaltfunktion bei SHIMANO STEPS E6000 E-Bikes in Verbindung mit elektronischen NEXUS Di2 Achtgang-Getriebenaben. Wer sich – lange vor der Einführung dieser Vollautomatik – für ein so ausgestattetes E-Bike entschieden hatte, kam ebenfalls per Firmware-Update via E-Tube ganz ohne Hardware-Eingriff in den Genuss dieser neuen Komfort-Funktion.

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Radhosen zusammenlegen: So geht es richtig

Radhosen zusammenlegen und Trikots falten

Endlich Ordnung im Kleiderschrank

Freizeitklamotten, Arbeitskleidung, Sportbekleidung – da kann man im Kleiderschrank schon mal den Überblick verlieren. Am besten ist es, die Klamotten nach den jeweiligen Anlässen und der Saison zu sortieren. Das schafft schon mal eine klare Übersicht. Darüber hinaus ist es wichtig, den vorhandenen Raum optimal zu nutzen. Doch wie lassen sich die „störrischen“ Sitzpolster der Radhosen zusammenlegen? Und wie schafft man es, Radtrikots trotz der oft glatten Stoffe zu stapeln? Als Fahrrad-Experten haben wir natürlich eine passende Lösung bereit. Mit diesen Tipps und Tricks kann man Trikots und Shorts nicht nur im Kleiderschrank einfach und platzsparend aufbewahren, sondern auch in der Sporttasche oder in dem Koffer auf Reisen.

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Critical Mass Stuttgart bei Paul Lange

300 Radfahrer kamen zur After Mass bei Paul Lange & Co.
Volles Haus bei der After Mass

Wir sind Fahrrad!

Überall in der Welt treffen sich am ersten Freitag im Monat Radfahrer, die durch die Stadt cruisen. Ihr Ziel: auf die „bescheidene“ Situation von Radfahrern aufmerksam machen. Damit setzen sie sich für mehr Sicherheit, Aufmerksamkeit und vor allem mehr Platz ein. Bei uns nennt sich das Critical Mass Stuttgart.

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Interview mit Guido Tschugg

Als Profi auf dem E-Mountainbike

Guido Tschugg ist wohl einer der erfolgreichsten Mountainbiker, den Deutschland zu bieten hat. Das bedeutet aber nicht, dass er ausschließlich auf dem normalen Bike unterwegs ist. Ganz im Gegenteil – Guido setzt mittlerweile häufig auf die elektrische Unterstützung eines E-Mountainbikes beim Training und auch im Alltag. Wie Profisportler und E-Bikes zusammenpassen, wie er sein eigenes E-Bike einsetzt, und welche Vorteile er in E-Bikes sieht, hat Guido uns im Interview verraten.

Guido Tschugg fährt mit seinem Husqvarna E-Mountainbike
© Husqvarna Bicycles
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Interview mit Michael Teuber – Teil 3

E-Mountainbike oder normales Mountainbike?

Michael Teuber ist seit 1997 professioneller Radsportler und konnte unter anderem als fünffacher Paralympics-Champion beeindruckende Erfolge erzielen. Warum er als Spitzensportler trotzdem gerne aufs E-Bike steigt und welche Vorteile er darin sieht, verrät er uns im Interview.

Michael Teuber auf einer Ausfahrt in den Bergen mit seinem gelben Scott E-Mountainbike mit SHIMANO Antrieb.
Wie „natürlich“ ist das Fahrgefühl eines E-Mountainbike im Vergleich zu einem normalen Mountainbike? 

Meiner Meinung nach hat die gewählte Unterstützungsstufe einen maßgeblichen Einfluss auf das Fahrgefühl: Im Eco-Modus und im Trail-Modus fühlt sich das E-Mountainbike wie ein normales Mountainbike an. Im Boost-Modus ändert sich das Fahrgefühl, es wird aggressiver, denn man beschleunigt schneller. Da muss man nach Uphill-Kurven sensibel antreten, um nicht rauszufliegen. Manchmal will man diese Extra-Power bewusst haben, wenn nicht, sollte man im Trail- oder Eco-Modus fahren. Im Downhill merkt man kaum einen Unterschied. Kleine Sprünge oder Bunnyhops fallen durch das höhere Gewicht etwas schwerer, dafür liegt das Bike satter auf dem Trail.

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