Erster Fahrbericht der SHIMANO E-Bike-Nabe

So schön kann E-Biken sein!

Ich war schon immer ein Fan von Nabenschaltungen. Sie sind leise, die ganze Mechanik ist gekapselt, es gibt keine Überschneidung von Gängen und sie lassen sich denkbar einfach bedienen. So weit so gut? Nun ja, auch bei Nabenschaltungen ist nicht alles Gold, was glänzt. Die eben beschriebenen Vorteile werden mit geringerer Abstufung, geringerem Übersetzungsbereich und geringerer Effizienz im Sinne eines höheren Widerstands erkauft. Wer es genau wissen will: Eine gute gepflegte oder neue hochwertige Kettenschaltung brilliert mit einem Wirkungsgrad von ca. 98 Prozent, eine Nabenschaltung rangiert bei etwa 92 Prozent. Mann fährt mit E-Bike

Die Nachteile von Nabenschaltungen spielen bei Pedelecs keine Rolle. Da schiebt der Motor fleißig an und egal, ob in der Ebene oder bergauf, man wählt die passende Unterstützungsstufe und pedaliert dahin – aus Freude am Fahren. Die Besonderheit von Elektromotoren liegt darin, dass sie aus dem Stand heraus ein enormes Drehmoment entwickeln und sehr schnell beschleunigen. So schnell, dass man mit dem Schalten kaum nachkommt. Deshalb fährt man bei einer 10-Gang-Schaltung meist im dritten Gang an, überschaltet dann schnell drei Gänge und am besten gleich nochmal zwei Gänge, bis man – je nach persönlich präferierter Trittfrequenz – im achten oder neunten Gang mit 25 km/h dahinrollt.

Gutes noch besser machen

Nicht viel anders ist das Prozedere mit der beliebten SHIMANO Alfine Achtgangnabe, die besonders in der elektronisch schaltenden Version (Di2) angenehmen Fahrkomfort bietet. Gutes noch besser machen, das stand wohl im Lastenheft der japanischen Entwickler, die eine speziell auf die Bedürfnisse von E-Bikern abgestimmte Nabe mit fünf Gängen entwickelten. Die NEXUS INTER-5E Getriebenabe (Modell SG-C7050-5) zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie mit den Motor-Drehmomenten bis zu 60 Nm eingesetzt werden kann und die hohen Drehmomente von Antrieb und Muskelkraft aushält. Damit sollen beim Schaltvorgang deutlich größere Lasten toleriert werden können, sodass diese Nabe als spezifische E-Bike-Nabe spürbare Vorteile bringen soll. So die Theorie laut SHIMANO. Kann die Nabe das Versprechen in der Praxis halten? Yes, it can!

Bei der diesjährigen Eurobike konnten die Besucher ein Test-Bike mit dem speziell für City- und Trekkingradfahrer konzipierten neuen Antrieb SHIMANO STEPS E6100 in Kombination mit der elektronisch gesteuerten E-Bike-Nabe fahren. Das ließ ich mir nicht entgehen!

Das Anfahren erfolgt im zweiten Gang, die 60 Nm des E6100 Mittelmotors (20 Prozent mehr als das Vorgängermodell) zerren ordentlich an der Kette, die die Power an die Hinterradnabe weiterleitet. Zügig schaltet die Automatik hoch, dritter, vierter Gang, schnell sind die 25 km/h erreicht, die ich im extra lang übersetzten fünften Gang dahin cruise. Wie gesagt, Entspannung pur. Die Gangwechsel erfolgen schnell und geschmeidig. Jetzt kommt die Nagelprobe. Ich fahre im höchsten Unterstützungsmodus „High“ an einer Steigung an und beschleunige volle Pulle bergauf. Was passiert? Nichts Besonderes! Nichts Besonderes in dem Sinn, dass die Gangwechsel genauso leicht und geschmeidig über die Bühne gehen, wie zuvor in der Ebene. Klasse, die Elektronik macht’s möglich. Beim Schalten nimmt sie für den Bruchteil einer Sekunde die Zugkraft raus und wechselt in dem unbelasteten Moment den Gang.

Fünf Gänge

Nur fünf Gänge? Ja, weniger ist mehr! Die NEXUS INTER-5E Getriebenabe ist gezielt auf die Anforderungen bei einem E-Bike abgestimmt. Da die leichten Gänge wegen des höheren Drehmoments weniger genutzt werden, beschränken sich die fünf Gänge der Inter-5E auf den vortriebsrelevanten Bereich der mittleren und höheren Gänge. Der fünfte Gang ist dabei besonders lang übersetzt, für entspanntes Pedalieren bei höheren Geschwindigkeiten. Der Entfaltungsbereich von 263 Prozent harmoniert sehr gut mit der Charakteristik.

Fazit zur E-Bike-Nabe

Die E-Bike-Nabe mit „nur“ fünf Gängen ist nach meiner Einschätzung ein großer Wurf. Sie trifft exakt die Bedürfnisse der Zielgruppe von City- und Trekkingfahrern, die im Zusammenspiel mit dem neuen STEPS E6100 einen kräftigen Antrieb mit toller Schaltperformance genießen können.

Mann fährt mit E-Bike

 

20 Gedanken zu „Erster Fahrbericht der SHIMANO E-Bike-Nabe“

  1. Ich habe in 2 Monaten nun ca. 750km mit einem Velo der Ville
    AEB 400 und der 5Gang Nabenschaltung gependelt und kann sagen, die Erwartungen wurden nicht enttäuscht.
    Alles ist so wie von Dir beschrieben. Hier im flachen Münsterland ist 5 Gang Nabenschaltung eine echte Alternative. Ob die 60 NM einen großen Unterschied zu den gedrosselten 50NM machen kann ich mangels Vergleichsmöglichkeit nicht sagen.
    Gruß
    Wolfgang

  2. Hallo Wolfgang,
    freut mich, dass Du so gut mit der Nabe zurechtkommst. Bin kürzlich wieder damit gefahren und habe sie als ein sehr feines Teil schätzen gelernt. Die 5 Gänge (weniger ist mehr!) passen ausgezeichnet zu Eurer Topografie.
    Schöne Grüße ins Münsterland
    Konrad

  3. Wir sind Händler aus der schönen Stadt Potsdam,
    und wir können diese Eindrücke des Testers nur bestätigen.
    Mit keiner anderen Nabenschaltung, kamen vor allem die älteren Kunden besser klar.
    Keinen Tritt auslassen oder Kraft wegnehmen die Nabe schaltet einfach sauber durch.
    Klasse Entwicklungsarbeit Shimano ! ! !
    Selbst für Sportlich ambitionierte Fahrer ist sie bestens geeignet, da Sie gerade beim Ampelsprint keine unnötigen Gänge besitzt.
    Uns hat Sie schon bei der ersten Probefahrt mit der Firma Velo de Ville auf den Messen Ende 2017 überzeugt.
    Absoluter Kauftipp von Uns
    Wir wünschen allen viel Spaß damit
    2RadStätte Potsdam

    1. Danke für die positive Rückmeldung, die ich vergangenes Wochenende genauso bei den E-Bike days in München von ganz verschiedenen Testern erhalten habe. Ich war 2017 anlässlich des NRVK-Kongresses in Potsdam. Genau das richtige Gelände zum ganz entspannten E-Bike fahren. Viele Grüße & tschüss

  4. Habe seid 14Tagen ein Fahrrad mit di2 5gang beim Schalten manuell oder autom. knackt die Schaltung im 2und3 Gang und beim Bergrauffahren schwankt dir Unterstützung ohne dass geschaltet wird. Händler findet Ursache nicht und will mir weismachen, dass das normal ist.
    Überall wird beschrieben wie gut die Schaltung sei, ohne die Probleme finde ich sie auch gut. Kennt jemand das Problem?

    1. Hallo,
      solche Probleme per Ferndiagnose zu beurteilen, kann sehr schwierig sein. Bitte beantworten Sie folgende Fragen:
      * beim Bergrauffahren schwankt die Unterstützung
      –> welcher Motor?
      * knackt die Schaltung im 2. Und 3. Gang
      –> knackt beim Schalten? beim Schalten von 2 auf 3 oder von 3 auf 2?
      knackt beim Pedalieren permanent?
      –> bitte genauere Beschreibung
      Danke & Gruß

    2. Es handelt sich hierbei um ein Pegasus Evo mit Shimano Steps 6100 und Riemenantrieb. Ich habe das Fahrrad nun über 600 km gefahren in allen möglichen Geländen und im manuellen Modus und auch im Automaticmodus. Das laute Knacken bleibt. Bei kräftiger Beschleunigung im Amodus schaltet sie allerdings ohne das Knacken, aber wer will dauernd Spürten? Amodus berghoch ist eine Katastrophe, sie schaltet so schnell hin und her, dass Sturzgefahr besteht, besonders bei wechselnden Wegezustand. Was noch auffällt ist bei Bergauffahrten im manuellen Modus im gleichen Gang eine wechselnde Unterstützungsstärke da ist, man hat das Gefühl etwas ins Leere zu treten. Sonst für mich vom Händling her ein tolles Rad. Zurückgeben? Fehler finden?

      1. Hallo Herr Eggers,
        es gibt eine Vielzahl von Einflüssen, sozusagen „Stellschrauben“, die das Schaltverhalten beeinflussen, die ich hier gerne nochmal aufzähle. Diese sollten am besten mit einem geschulten Fachhändler abgearbeitet werden. Sollte der Probleme nicht abstellen können, kann der Fachhändler das Hinterrad mit Stellmotor an die Fa. Paul Lange & Co. einschicken, wo es nochmal gecheckt wird.
        – Ausfallenden müssen besonders bei Riemenantrieb absolut korrekt ausgerichtet sein – ggf. mit Richtglocke ausrichten
        – natürlich muss das HR richtig eingebaut sein!
        – die Mutter des Stellmotors darf nicht zu fest angezogen sein => Fachhändler
        – sind erster oder zweiter Gang als Startgang eingelegt? / bei welcher Trittfrequenz soll geschaltet werden?
        – ggf. elektronische Einstellung / Feinjustage des Stellmotors überprüfen => Fachhändler
        – liegt die Zahnscheibe (hinten) wirklich plan an?
        Bitte setzen Sie sich mit dem FH in Verbindung!
        Viele Grüße

        1. Hallo Herr Weyhmann,
          Natürlich habe ich das Fahrrad beim FH abgegeben und warte nun auf das Ergebnis und bin auch sehr geduldig (bis jetzt 10 Tage) und hoffe dass sie den Fehler finden, da ich das Bike vom Händling her schon gut finde und denke, dass am Anfang einer neuen Entwicklung schon Fehler passieren können. Allerdings ist es auch noch nicht verschickt worden.
          Mfg

  5. Ich habe ähnliche Probleme bei einem Raleigh Sheffield Premium mit Steps 6100 und Gates Riemen. Das Hochschalten, also 1 Richtung 5, funktioniert im Automatikmodus einwandfrei und geräuschlos ohne groß spürbare Kraftflussunterbrechung. Eine Katastrophe ist das Runterschalten. Bei jedem Gangwechsel kracht es in der Nabe, dass sich die Leute auf der Straße schon nach einem rumdrehen…Außerdem kommt es gelegentlich zu lautem Knacken, wenn man nicht schaltet, also man fährt z.B. bei gleichbleibender Geschwindigkeit schon ein paar Minuten im 4. oder 3. Gang in der Ebene und dann knackt es laut und das Pedal rutscht ein wenig durch (nur ein paar Grad). Das ist, weil es völlig unvermittelt passiert, recht erschreckend und somit nicht gerade verkehrssicher. Folgendes habe ich geprüft bzw. durch meinen Händler prüfen lassen: Anzugsmoment der Radmuttern, Riemenspannung, im Menü den Punkt Einstellen, also wo man den Wert zwischen -4 und +4 festlegen kann, variiert und jede einzelne Möglichkeit durchprobiert… Das Knacken tritt nur dann nicht auf, wenn man manuell runter schaltet und peinlich darauf achtet, dass man beim Schaltvorgang nicht tritt. Aber das kann ja nicht Sinn de Sache sein…
    Eine erste telefonische Anfrage bei Shimano ergab, dass bei der Nabe/Motor Kombination gerade keine Kraftflussunterbrechung beim Schalten erfolgt, was man ja an dem Unterstützungsbalken im Display sehen könne. Deshalb sei die Nabe ja auch so großzügig dimensioniert, die könne das ab… Allerdings war der Nabenspezialist gerade nicht anwesend, weshalb man sich eine endgültige Aussage vorbehielt.
    Als ich nach dem Telefonat bei meinen ersten Tests dann aber noch das Knacken während der Fahrt in der Ebene ohne Schaltvorgang von meiner Frau bei unserer Testrunde vorgeführt bekam, kann ich den obigen Erklärungsversuchen nicht mehr folgen.

    Hat hier jemand eine Idee?

    1. Hallo Herr Kühn,
      unabhängig von Ihrem Problem ist die Belastung der Nabe natürlich vom Gelände und ihrem Gewicht abhängig. Auch wenn der Mechanismus im Moment des Schaltens (automatisch) kurzzeitig den Pedaldruck rausnimmt, sind dem Grenzen gesetzt. Das heißt, je nach voreingestellter Trittfrequenz kann der Gangwechsel am Berg leichter (höhere Frequenz) oder schwerer (niedrigere) Frequenz vonstatten gehen. Bei Ihrem Problem scheint der Überlastschutz der Nabe einzugreifen, was prinzipiell keinen Schaden oder Defekt darstellt, sondern technisch bedingt normal ist. Dennoch sollten sie durch eine qualifizierte Fachwerkstatt die korrekte Einstellung der Nabe ebenso prüfen lassen wie die Maßhaltigkeit der Ausfallenden beim Hinterbau, die ggf. mit einer Richtglocke gerichtet werden sollten. Außerdem haben wir schon erlebt, dass die Nabe in Rahmen mit falschem Einbaumaß eingebaut wurde. Das korrekte Einbaumaß beträgt 135 mm! Weiter können das falsche Anzugsdrehmoment der Achsmuttern und eine nicht korrekte Riemenspannung ursächlich für Verspannungen der Nabe sein. Bitte checken Sie die Parameter mit der Werkstatt durch.
      Viel Erfolg!

      1. Hallo,
        ich habe im Einvernehmen mit meinem Händler das Rad zurückgegeben. Anschließend bin ich noch je ein aktuelles Pegasus Opero ( jeweils Herren und Damen und auch mit der Naben und Motorkombination) zusammen mit meiner Frau bei einem anderen Händler zur Probe gefahren – das gleiche Problem. Wenn man auf manuelle Schaltung umstellt und während des Schaltvorganges drauf achtet, dass nicht zu viel Kraft am Riemen anliegt, dann gehts. Aber bei automatischen Runterschaltvorgängen, besonders von 5 auf 4 oder 4 auf 3, hat’s oft mächtig gekracht. Ich habe das Gefühl, dass die Softwaresteuerung des Drehmoments beim Schaltvorgang nicht optimal arbeitet. Das leite ich daraus ab, dass Hochschaltvorgänge selbst bei größerer Kraft auf dem Riemen (man beschleunigt ja) geräuschlos und butterweich gehen.
        Wir haben uns dann für ein Zemo Aktiv mit manueller Schaltung entschieden, das verhielt sich beim Schalten völlig problemlos…
        War schade, denn grundsätzlich ist der Steps 6100 ein echt guter Motor und die Idee einer 5 Gangnabe an diesem Motor ist konsequent und richtig. Man braucht bei der Spreizung der Nabe und der Kraft, die der Motor liefert, keine 8 Schaltstufen.

  6. Hallo, ich habe auch Probleme beim mit lautem knacken beim schalten, deswegen fahre ich jetzt meist im manuellen Modus und höre zwischendurch aufzutreten. Das knacken es ausschließlich von 3 auf 4 und immer beim runterschalten (4auf 3,3 auf 2,2 auf 1). Händler meinte das wäre halt bei NabenSchaltung so, aber ich dachte durch die elektronische Schaltung wäre das nicht mehr?

    1. Hallo Carsten,
      bitte meinen vorangegangenen Kommentar zu Christian Kühn lesen. Dass das „halt bei Nabenschaltungen so sei“, ist – sorry to say – einfach Unsinn.
      Viel Erfolg

  7. Lieber Herr Weyhmann
    Erst einmal vielen Dank für ihre freundliche Unterstützung, leider ist die Ursache des lauten
    Knackens nicht vom Händler gefunden worden. Habe dann heute ein Rad mit Kette und Shimano Fünfgang gefahren was einwandfrei lief, allerdings ohne Automatic. Das beweist eigentlich, dass die Narbe gut funktionieren kann mit der Handschaltung. Scheinbar verträgt sich Automaticschaltung Di2 nicht mit dem Riemenantrieb. Der Händler würde das Rad zurücknehmen , aber das kann nicht Sinn der Übung sein ich möchte einfach dass das Rad funktioniert, weil es vom Händling her für mich einfach ideal ist.
    Nochmals es handelt sich um ein Pegasus EVO ,Riemenantrieb, Steps 6100, 750 An
    Können sie mir eine weitere Empfehlung geben. Der Händler hat alle Punkte die sie aufgeführt haben abgearbeitet. Nochmals Danke für ihre Bemühungen.

    1. Hallo Herr Eggers,
      dann bin ich per Ferndiagnose erstmal mit meinem Latein am Ende und schlage vor, dass sich Ihr Fachhändler für das weitere Vorgehen mit unserem Technischen Service (TKS) in Verbindung setzt. Die Kontaktdaten sollte er haben. Bitte halten Sie mich auf dem Laufenden.
      Schöne Grüße

  8. Hallo Herr Weyhmann,

    auch ich konnte das Problem leider nicht lösen. Nachdem mein Händler vor Ort keine Lösung gefunden hat, habe ich Kontakt mit dem Shimano Service Center in Hannover aufgenommen. Hier meinte man auch, dass so ein Knacken nicht normal sein kann. Daraufhin habe ich die Räder dorthin zur Reparatur gebracht. Ergebnis ist, nach viel Aufwand für mich, dass der Monteur nach Rücksprache mit Shimano Deutschland nun doch sagt, das knacken wäre normal.
    Gerne bin ich bereit die Fahrräder (bei den zwischenzeitlich beide Akkus defekt waren, deswegen hat das alles so lange gedauert) nochmals zum Händler zu bringen, mit der Bitte Kontakt mit Ihnen aufzunehmen.
    Aber nach den Erfahrungen von Kühn und Eggers mache ich mir so langsam keine Hoffnungen mehr.
    Gibt es vielleicht mittlerweile eine offizielle Stellungnahme von Shimano?
    Freundliche Grüße
    Carsten Sowa

    1. Hallo Herr Sowa,
      ich habe nochmals Rücksprache mit unserem Technischen Service und den Kollegen von E-Mobility gehalten, die mir folgende Erklärungen gaben (die auch die Händler erhalten): Von der mechanischen 8- und 11-Gangnabe sind Kunden wie Händler weiches, mehr oder weniger geräuschloses Schalten gewohnt. Die ist der Fall, weil man (normalerweise) beim mechanischen Schalten etwas Druck vom Pedal nimmt, den Gang wechselt und gut ist es. Das Vorgängermodell STEPS E6000 hat in Verbindung mit der 8-Gangnabe beim Schalten automatisch eine komplette Zugunterbrechung durchgeführt, was ebenso weich über die Bühne ging. Jetzt sprechen wir von dem neuen Motor (STEPS 6100) mit Di2 und Automatikfunktion in Verbindung mit der neuen 5-Gangnabe. Deren Mechanik, die logischerweise geringere Dimensionen aufweist als die der 8-Gangnabe – unter anderem fehlt ein sog. Hohlrad – ist im gleich großen Nabenkörper untergebracht. Dieser wirkt als größerer Resonanzkörper, d.h., das Schalten wird lauter. Außerdem hat die neue Nabe einen Überlastschutz mit größerer Toleranz, der ein höheres Drehmoment beim Schalten zulässt. Anmerkung: die alte 8-Gang (mit dem 6000er mit „nur“ 50 Nm) hat öfter „gestreikt“, d.h. nicht geschaltet, weil die einwirkenden Kräfte zu hoch waren. Je nach Einstellung des Fahrradherstellers kann der 6100er Motor 50 oder 60 Newtonmeter haben, weshalb die 5-Gangnabe stabiler und durch den erwähnten Überlastschutz auf höhere Kräfte ausgelegt wurde. Da die Nabe jetzt ein höheres Drehmoment verträgt, hat Shimano zumindest teilweise auf die Zugunterbrechung beim Schalten verzichtet – jetzt wird weniger Kraft beim Schaltvorgang zurückgenommen. In der Summe der genannten Einflussfaktoren kann es zu den lauten Schaltgeräuschen kommen, die bauartbedingt normal sind, keinen technischen Mangel und keine Funktionseinbuße darstellen.
      Ich hoffe, Sie haben trotzdem noch viel Freude am Radfahren
      MFg (Mit Fahrrad glücklich)
      Konrad Weyhmann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.